Erkennen von Kunststoffen
Kunststoffe können mit analytischen Methoden qualitativ und quantitativ identifiziert werden. Für den täglichen und schnellen Gebrauch gibt es eine ganze Reihe von einfachen und wirksamen Methoden um einen Kunststoff zumindest näherungsweise bestimmen zu können. Mit einiger Erfahrung können Werkstoffe mit den aufgeführten Methoden häufig schnell kategorisiert werden. Modifizierte Kunststoffe können die einfache Bestimmung jedoch erschweren. Dann helfen nur Laborgestützte Untersuchungen zur Materialbestimmung weiter.
- Visuelle Beurteilung, ggf. mittels Mikroskop
- Gewichtseinschätzungen
- Belastungsproben
- Klangverhalten
- Brandverhalten mit Flamme und Geruch
- Etc.
Anbei einige detailiertere Informationen zur Identifizierung von Kunststoffen.
Visuelle Beurteilung
Unmodifizierte Werkstoffe können visuell aufgrund der Unterschiede in ihrer Struktur, durch die dadurch resultierende Beeinflussung der Lichtdurchlässigkeit beurteilt werden. Amorphe Kunststoffe wie PC, PSU, PPSU etc. sind transparent oder transluzent. Teilkristalline Kunststoffe wie PE, POM, PA, PET, PPS, PEEK etc. hingegen sind meist opak.
Dichtebestimmung
Über die Auftriebmethode können einige Produktgruppen aufgrund ihrer Dichte identifiziert werden. Hierfür werden Teile aus dem Werkstoff in Wasser oder in eine gesättigte Salzlösung gelegt und über das Auftriebsverhalten beurteilt.
Fingernageltest
Löslichkeit in Lösemitteln
Wenn man Kunststoffe mit einem starken Lösemittel (z.B.: Aceton) beaufschlagt kann man relativ schnell amorphe von teilkristallinen Kunststoffen unterscheiden.
Teilkristalline Kunststoffe sind meist unempfindlich gegen Lösemittel und zeigen bei kurzer Einwirkdauer meist keine Spuren. Die meisten amorphen Kunststoffe hingegen werden schon nach kurzer Einwirkzeit angelöst oder zeigen bereits nach wenigen Minuten Spannungsrisse.
Brandverhalten
Kunststoffe lassen sich sehr gut an ihrem Brandverhalten (brennt, verlöscht, lässt sich nicht entzünden, tropft), der Flammfarbe (orange, blau, nicht sichtbar), dem Rußverhalten (rußt nicht, stark rußend) oder dem Brandgeruch identifizieren. Diese Methode wird gerne angewendet, da hierbei mit gewissen Erfahrungswerten meist eine relativ genaue Bestimmung möglich ist.
In der folgenden Tabelle finden Sie eine Übersicht über das Brandverhalten verschiedener Kunststoffe.
Einfacher Nachweis von Additiven
Manche Zusatzstoffe lassen sich mit einfachen Methoden bestimmen. Zwei einfache Beispiele wollen wir hier aufführen.
- Schwarze Kunststoffe enthalten meist Farbruß, Kohlenstofffasern oder Graphit.
- Graphit ist durch eine einfache Schreibprobe (Abrieb) auf weißem Papier feststellbar, Kohlenstofffasern und Ruß zeigen hingegen kaum schwarzen Abrieb.
Es stehen noch viele weitere meist jedoch Laborgestützte Untersuchungsmethoden zur Analyse von Kunststoffen zur Verfügung. Ensinger stehen im hauseigenen Labor solche tiefergreifende Methoden wie DSC, TGA, Schmelzpunktbestimmung, Härteprüfung, etc. zur Verfügung.